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	<title>schulstreik &#8211; KOLLEGSGESCHICHTEN</title>
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	<description>Geschichten vom Kolleg Sankt Blasien</description>
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	<title>schulstreik &#8211; KOLLEGSGESCHICHTEN</title>
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		<title>When I get older, losing my hair . . . when I’m sixty-four</title>
		<link>https://kollegsgeschichten.de/1974/when-i-get-older-losing-my-hair-when-im-sixty-four/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Praschma]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Apr 2023 12:47:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[1974]]></category>
		<category><![CDATA[68er]]></category>
		<category><![CDATA[chor]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Kramer]]></category>
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					<description><![CDATA[Michael war gerade 64 geworden, als er von den "Kollegsreflexionen" erfuhr, aus denen jetzt die  "Kollegsgeschichten" geworden sind. Anhand der seinerzeit gestellten Intitialfragen präsentiert er uns nun eine Collage seiner Erinnerungen und ein Resümee seiner Kollegszeit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich war tatsächlich gerade 64, als die Initiatoren der „Kollegsreflexionen“, aus denen jetzt diese Kollegsgeschichten geworden sind, dazu aufriefen, nun ja, eben zu reflektieren: „Wie hat dich das Leben im Kolleg geprägt und gab es in dieser Zeit Erlebnisse, die dich bis heute in deiner Entwicklung begleitet haben?“ Ein Resümee nach – huch! – knapp einem halben Jahrhundert.</p>



<p>Ins Kolleg kam ich1968, ein Jahr nach dem legendären Beatles-Song „When I&#8217;m Sixty-Four“ – nicht ganz freiwillig, denn meine Schulkarriere im staatlichen Gymnasium am Niederrhein hatte in der Untertertia grandios zu scheitern begonnen; aber ich war auch nicht widerwillig, mich in diesen über 500 Kilometer entfernten Ort verpflanzen zu lassen.&nbsp;</p>



<p>Also die Prägungen? Das Kolleg hat vor allem meine sozialen Fähigkeiten und mein ethisches Empfinden geprägt und meinem Denken (und Sprechen und Schreiben) eine dauerhaft tragfähige Struktur verliehen.<br><br>Mein Glück war die Mischung aus jesuitischer Rationalität und der offensiven sozialen Haltung meines zweiten, jetzt weltlichen, Präfekten Herbert Kramer, ausgebildeter Sozialarbeiter, hartnäckiger Hinterfrager und unkonventioneller Typ. Der Chor war daneben eine emotional sehr wichtige Aktivität; ich bin später noch in mehreren anderen Chören gewesen, die mich ebenfalls in mehrfacher Hinsicht bereichert haben. Hier hat der Kollegschor ein Fundament gelegt.<br><br>&nbsp;„Gibt es Erlebnisse, die du in der Rückschau heute anders bewertest als damals?“ – Erlebnisse eigentlich nicht; eher Einstellungen. Ich bin im Laufe meiner Kollegszeit tief religiös geworden, sowohl spirituell als auch &#8222;theologisch&#8220;. Heute bin ich – nach einigen Umwegen – kirchenkritischer Agnostiker. Das bedeutet aber nicht, dass ich mit der religiösen Prägung während meiner Kollegszeit hadere; sie bleibt eine wichtige Phase in meinem Leben.<br><br>&nbsp;<strong>Strenge Führung kann (!) das Verhandlungsgeschick fördern</strong></p>



<p>Was die größten Herausforderungen am Kolleg waren und was ich daraus gelernt habe, lautete eine weitere Frage. Für mich waren das weniger persönliche Herausforderungen als solche, von denen mehr oder weniger die ganze Kollegsgemeinschaft betroffen war. Ich habe mich am Kolleg sehr wohl gefühlt, vor allem, weil ich das dauernde Zusammensein mit Gleichaltrigen genoss. Besonders in der ersten Zeit am Kolleg &#8222;war&#8220; ich eher eine Herausforderung, als dass ich welche erfuhr. P. Zieher, mein erster Präfekt in der 4. Abteilung, schrieb tatsächlich in die erste Internatsbewertung: „Michael hat sich einer revolutionären Gruppe angeschlossen.“ – Begrifflich Unfug; unsere 6er-Tischgruppe war renitent, wenig regeltreu und „a pain in the ass“, aber Umsturzpläne hegten wir nicht.&nbsp;</p>



<p>Eine große <em>allgemeine</em> Herausforderung waren Auseinandersetzungen mit der Kollegsleitung. Dazu zählten u. a. der <a rel="noreferrer noopener" href="https://kollegsgeschichten.de/1971/politikum/" target="_blank">Schulstreik</a> wegen des Verbots, als Kollegsschüler den Jusos beizutreten, und heftige Auseinandersetzungen um die Entlassung eines bei uns sehr beliebten Lehrers, der aber bei der Kollegsleitung missliebig war.<br><br>Ich habe unter anderem als Abteilungsrat und Schülerrat viele harte Verhandlungen geführt, bis hinauf zu Kollegsdirektor P. Kiefl, und meine Fähigkeit, schriftlich und mündlich zu argumentieren, wurde dadurch intensiv geschult. Die gut vermittelte kommunikative und soziale Kompetenz, ein recht breit gestreutes Halbwissen (vulgo: humanistische Bildung) und die Fähigkeit, mich in sehr unterschiedliche Felder einzuarbeiten, sind auch Ergebnisse dieser Prägung durch das Kolleg, die ich bis heute in vielen Zusammenhängen nützlich finde.&nbsp;</p>



<p>Die Vorzüge bzw. Nachteile einer Internatsausbildung gegenüber regulären Schulen liegen für mich sehr klar auf der Hand. Die geübte Gemeinschaft über die schulischen Belange hinaus bietet hervorragende Chancen, eine wesentlich intensivere persönliche Entwicklung durchzumachen, wenn man denn die vielen Angebote aufgreift. Die andere Seite der Medaille ist – jedenfalls für mich – bei dem hohen Maß, in dem ich mich im Kolleg engagiert hatte, dass ich zugleich von meiner Umgebung &#8222;zu Hause&#8220; entwurzelt war. Das Kolleg war am Schluss, nach sechs Jahren und dem Abitur, mein eigentliches Zuhause geworden; ich fiel danach etwa ein Jahr lang in ein ziemlich tiefes Loch, bis ich wieder ein neues Umfeld hatte.<br><br>&nbsp;Aber:&nbsp; You can&#8217;t eat the cake and have it!&nbsp;</p>



<p></p>



<p>(Foto: &#8222;Schock&#8220;-Plakat von Miguel Lockett, Archiv des Autors)</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kollegs(er)leben &#8211; davor und danach</title>
		<link>https://kollegsgeschichten.de/1971/kollegserleben-davor-und-danach/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Ehret]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Nov 2022 20:19:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[1971]]></category>
		<category><![CDATA[band]]></category>
		<category><![CDATA[blech]]></category>
		<category><![CDATA[bleiche]]></category>
		<category><![CDATA[chor]]></category>
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		<category><![CDATA[kollegswecken]]></category>
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		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[schulstreik]]></category>
		<category><![CDATA[smv]]></category>
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					<description><![CDATA[Dabeisein und doch nicht ganz dazugehören, das war für viele “Externe” die Realität, ganz besonders in einer Zeit, als “Externe” in der Minderheit waren.  Sie waren zu Hause, und dann doch wieder am Kolleg, und konnten vom ausserschulischen Programm mit etwas Organisationstalent profitieren.  Wie prägend das war, erzählt dieser Beitrag von Michael Ehret. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eigentlich gibt es in meinem Kollegsleben, oder besser Kollegserleben, Eindrücke und Erlebnisse davor und danach.</p>



<p>Anfang der 50er Jahre trat mein Vater Hubert Ehret in den Dienst am Kolleg als Kirchen- und Schulmusiker. Die damals noch kleine Familie fand eine Bleibe in der „Bleiche“,&nbsp; heute das Musikhaus. Erste Kindheitseindrücke waren die großen Kohlehaufen vor dem Südflügel, eine Sägerei und der Hühnerstall zwischen Bleiche und Forsthaus; bei späterem Gang in den Kindergarten St. Blasien dann auch zahlreiche akustische Eindrücke des Lebens hinter den Klostermauern aus den Klassenzimmern im Südflügel, oder zur Mittagszeit um den Nordturm.</p>



<p>Das Kolleg war aber nicht nur räumlich, sondern tagtäglich in unserem Elternhaus präsent. Kinderohren vernahmen nicht nur Schönes, sondern auch Mühseliges vom Kolleg.</p>



<p>Mit dem Übergang in das Gymnasium, nolens volens natürlich im Kolleg, wurde das bisher Gehörte Realität, und vor allem erlebte man Veränderungen an sich, aber auch im Umfeld zunehmend&nbsp; bewusster. Üblich war damals noch eine schriftliche und mündliche Aufnahmeprüfung, gleichsam der Ersatz der heutigen Schulempfehlungen.&nbsp;</p>



<p>In den folgenden Gymnasialjahren von Sexta bis zur Oberprima sollte vieles nicht mehr so sein, wie es anfangs war. Eine Konstante gab es auf jeden Fall, der Kollegswecken zur großen Schulpause. Bei Regenwetter große Pause auf den Sheds, heutige Ostflügel, hinter einem Drahtverhau. Turnen, Theater, Konzerte in der alten Turnhalle im Osthof, heute abgerissen. Patres in schwarzer Umwandung mit weißem Kragen. Eindrücklich auch die Maiandachten im Wald Richtung Lehenkopf.</p>



<p>Wie war es dann Anfang des Siebziger?</p>



<p>Zum Kollegswecken kam noch der Milchverkauf. Der Ostflügel war in der Planung, das Hallenbad war gebaut, die alte Turnhalle stand noch. Die Patres trugen jetzt meist Alltagskleidung. Die Maiandacht im Wald fand nicht mehr statt. Orchestermessen nur noch an hohen Festtagen, dafür sogenannte Beat- oder Jazzmessen in wechselnden Formationen. Erst mit Gospels, später auch mit sogenanntem Neuen Geistlichen Liedgut.&nbsp;</p>



<p>Die Musik am Kolleg war nicht nur durch die Praxis im Chor, Orchester, Blechkapelle, und das Üben in der Musikabteilung (damals neben dem Hallenbad ) an diversen Instrumenten geprägt. Aus den Kellern waren auch rockige und jazzige Töne zu hören. Das Equipment der Band bestand oft nur aus zusammengebastelten alten Röhrenradios, billigen elektrischen Gitarrenhobel und technischer Improvisation. Irgendwie aber auch Kult.</p>



<p>Politisches Bewusstsein der Schülerschaft war durch die 68- Bewegung geweckt. Denkwürdig ein Abend mit dem Sozialistischen Studentenbund (SDS) aus Freiburg, moderiert von Nikolaus Brender. Eine chaotische Diskussion, die mit dem Hinweis auf das Hausrecht durch den damaligen Rektor Pater Kiefl beendet wurde. Schulstreik wegen Ungleichbehandlung von Junger Union und Jungsozialisten. Einführung der Schülermitverwaltung.</p>



<p>War der Abschied nach bestandenem Abitur in den Sechzigern noch eine feierliche Schulversammlung in der Aula mit Zeugnisübergabe, Festreden und Orchester, so war unser Abschied 1971 in Folge modernistischer Zwänge sehr nüchtern. Immerhin noch ein gemeinsames Abendessen. Heute tut es so manchem leid, und die heutige Kollegsgemeinschaft ist auch wieder diesbezüglich zu den schönen Formalien zurückgekehrt.&nbsp;</p>



<p>Nach dem Abitur habe ich die weiteren Geschehnisse am Kolleg, z.B. Kollegsbrand und Wiederaufbau, wiederum über das Elternhaus miterlebt.&nbsp;</p>



<p>Aus der Sicht eines heute 70 Jährigen ist vieles natürlich verklärt. Die seelischen Nöte als Internatsschüler habe ich nicht kennengelernt, meine Kinder sind alle zu Hause aufgewachsen. Jedoch fand meine Jugendzeit auch neben der Schule im Kolleg statt, und viele Freundschaften habe ich dort gefunden.</p>



<p>Gerne kommt unser Jahrgang zum Altschülertreffen und vor allem auch zum Klassentreffen, das der Jahrgang 1971 bis heute durchgehalten hat.</p>



<p><em>(Foto: Altkollegianer <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.wolfgangstahl.com" target="_blank">Wolfgang Stahl</a>)</em></p>



<p></p>
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